Irgendwie, irgendwo hatte ich es schon gelesen, die ursprüngliche Mavericks-Server-Delivery konnte nicht nur VPN (L2TP) aufgrund eines Bugs nicht, sondern hatte bei vielen beim Upgrade das OD zerschossen. Ich dachte, warte mal die schlimmsten Fehler und die ersten Updates ab und probiere später. Gestern dachte ich, ich könne es mal probieren. Server.app 3.0.3 ist zusammen mit 10.9.2 veröffentlicht worden, wieviel länger soll man denn noch warten?

Die Gretchenfrage. Wahrscheinlich sollte man bis zu dem Zeitpunkt warten, an dem der Schrott eingestampft wird. Die Serversoftware ist eine Frechheit und dafür verlangt Apple sogar noch Geld. Das Upgrade von einem sauber installierten, lauffähigen Produktivsystem mit 10.8.5 (voll gepatcht) ging ohne offensichtliche Fehler durch. Allerdings kam wie befürchtet das OD nicht wieder hoch; den hat’s irgendwo bei der Migration (Migration? Ich habe doch ein Upgrade gemacht, was Apple zumindest in den Support-Dokumenten sauber unterscheidet…) zerschossen, jedenfalls fand sich im OD-Verzeichnis ein mit Migration bezeichneter Ordner, der irgendwie verstümmelte Reste alter Daten enthielt. Hin- und herprobiert, die Datenbank zu recovern, keine Chance. Altes Backup, no way. Letztlich habe ich das OD weggeworfen (slapconfig -destroyldapserver) und konnte dann über die Server.app das Backup der Replika aus 10.8.5 einspielen. Danach kam OD auch tatsächlich wieder hoch und die Benutzer wurden auch angezeigt (so ein bißchen, wenn man danach gegraben hat, so richtig toll schien es nicht funktioniert zu haben), aber das Anlegen neuer Benutzer war unmöglich. Auch das Einloggen ging nicht. Natürlich lässt sich jetzt nicht mehr sagen, was Ursache, was Wirkung war, aber die Quintessenz ist, wer ein Produktivsystem mit 3.0.3 upgradet hat ziemlich sicher danach kein funktionierendes System mehr.

Es läuft das Restore zurück auf 10.8.5. Ich hoffe mal, das klappt.

Ich würde für funktionierende Software auch Geld bezahlen, meinetwegen auch ordentliches Geld. Aber wenn auch nur 18 Euro für Software in diesem Reifegrad, sowas geht ja mal gar nicht. Und falls überhaupt der Fall noch eintreten sollte, die Abstände zwischen der nächsten Major-Release und dem letzten Bugfixrelease (netter Name für “das letzte Update, das die Delivery in einen Zustand überführt, in dem es eigentlich bei Release hätte sein sollen”) für die Version von vor einem Jahr werden auch immer kürzer. Jetzt habe ich schon ein halbes Jahr gewartet und das Zeug lässt sich immer noch nicht benutzen. Noch zwei Monate, dann kommt schon was-auch-immer-das-nächste-ist. Und nein, ich installiere nicht (schon wieder!) neu, das ist nicht der Anspruch von einem Mac.

Beiläufig: Alles unter /usr/local/bin hat mir das ******se gelöscht, angepasste .bashrc, .profile und Pfade auf ihm “genehme” Werte gedefaultet, dass ich die Xcode-Commandline-Tools installiert hatte, hat das Setup auch nicht gestört (“installier’s dir doch selbst! Ich lösche es erstmal!”). Außerdem wurde die Zertifikatekonfiguration für die Serverdienste selbsttätig umgemodelt und meine eigenen OpenSSL-Zertifikate aus /System/Library/OpenSSL/certs gelöscht(!). Sagte ich schon Frechheit?

Update1: Restore.
Hat wider Erwarten wohl doch nicht richtig funktioniert. Ich habe in CCC ausgewählt, dass er bitte alles auf dem Ziel löschen möge, was im Backup enthalten ist, bevor er zurückkopiert. Kurzum, die Server.app 2.x stürzt jetzt einigermaßen unmotiviert, aber häufig ab und der OD kommt auch nicht hoch. Ich bekomme das kalte Grausen. Ein System, das sich selbst selbständig zerlegt (das System war heruntergefahren und wurde vom Extra-USB-Stick für CCC gebootet). Hervorragend. Ich habe noch ein Time Machine-Backup, wenn das als Apple-interne Lösung nicht tut, dann weiß ich auch nicht. Herrje. Ich glaube, auf den Mini spiele ich bald ein Linux (da habe ich allerdings auch schon tolle Sachen erlebt; Glashaus und Steine und so…).
Und das schlimmste ist, dass die theoretische Möglichkeit besteht, dass sich das ****-Ding bereits vor dem Upgrade in einen inkonsistenten Zustand überführt hat. Argh. Das ist doch keine Basis für zuverlässigen Betrieb.

Update2: Restore.
Zum Glück hat es über Time Machine funkioniert. Die Verzeichnisse /Volumes/Server HD/private/var und ebendort/etc gelöscht und aus dem Time Machine Backup vor dem Upgrade gersynct und jetzt läuft wieder alles, inklusive OD. Puh! Entweder habe ich CCC noch nicht wirklich verstanden, oder es hat einen Bug beim Restore – oder, was fast noch wahrscheinlicher ist, die Software von Apple ist so dermaßen unsauber, dass sie sogar auf eigentlich nicht hineinkonfigurierte, aber darinliegende Daten reagiert. Das rechne ich jetzt nicht an, weil es Spekulation ist; obiges reicht eh für ein absolut desaströses Zeugnis.

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